Vom Werkzeugkoffer zur Wetterwarnung
Ein Tag als Hauswart in der VSG Bischofszell
Mein Tag startet meist im leeren Schulhaus, wenn noch Ruhe in den Räumlichkeiten herrscht. Ich beginne die meisten Tage der Woche in einem Schulzimmer, wo ich zuerst die Spuren des Alltags beseitige: Böden, Waschbecken und Mobiliar werden gereinigt und wieder in einen Zustand gebracht, der ein angenehmes Lernklima für die Kinder ermöglicht. Gerade die Zimmer zeigen schnell, wie intensiv sie genutzt werden. Flecken, Klebereste oder kleine «Kunstwerke» gehören dazu. Reinigung ist dabei kein Zufallsprozess. Unterschiedliche Faktoren wie Zeit, Mechanik, Reinigungsmittel und Temperatur bestimmen, wie effizient eine Fläche wirklich sauber wird – vieles lässt sich nicht einfach im Schnelldurchgang erledigen.
Nach dieser ersten Runde werfe ich jeweils einen Blick auf die Bereiche, die am Vorabend durch externe Nutzung wie Sportvereine beansprucht wurden. WC-Anlagen, Turnhalle und Garderoben werden kurz kontrolliert und wieder in Ordnung gebracht. So beginnt der Schultag nicht mit den Spuren vom letzten Abend. Die Pause um 9.35 Uhr ist für mich ein wichtiger Fixpunkt. Nicht nur für einen Kaffee, sondern vor allem für den Austausch mit Lehrpersonen und dem Team. Viele kleine Hinweise aus dem Schulbetrieb kommen genau in diesen Momenten auf den Tisch – Dinge, die man sonst leicht nebenbei verpassen würde. Ohne diesen Austausch würde man schnell am eigentlichen Schulalltag vorbei arbeiten.
Danach geht es in die laufenden Aufgaben des Tages über, die oft stark von aktuellen Bedingungen (Jahreszeiten, Wetter, Sonderprogramm der Schule, etc.) geprägt sind. An diesem Tag spielt vor allem das Wetter eine Rolle. Nach längerer Trockenheit soll es nämlich die kommenden Tage wieder einmal regnen. Es wird Dünger ausgebracht, damit der Rasen den Beanspruchungen durch Pausenspiele und Sportnutzung standhalten kann. Dabei wird nicht einfach «nach Gefühl» gearbeitet, sondern sorgfältig abgewogen: Wie viel ist sinnvoll, wann ist der beste Zeitpunkt und wie lassen sich Natur, Kosten und Nutzung sinnvoll in Einklang bringen. Weil es danach am Vormittag trocken bleibt, kann ich noch den Schulhausbrunnen mit dem Hochdruckreiniger reinigen. Es wird nämlich bald Sommer und die Kinder erfreuen sich sehr an einer gelegentlichen Erfrischung. Kaum ist diese Arbeit abgeschlossen, zeigt sich, dass der angekündigte Regen noch weiter auf sich warten lässt. Die Zeit nutze ich deshalb weiter draussen: Abfall wird eingesammelt und Beikräuter in den Rabatten werden von Hand entfernt. Arbeiten, die oft im Hintergrund laufen und trotzdem viel zum Gesamteindruck einer Schulanlage beitragen.
Zwischendurch trifft Post ein. Lieferungen werden kontrolliert und Material entgegengenommen. Die Mittagspause dauert von 12.00 bis 13.30 Uhr und bringt eine klare Unterbrechung im Tagesverlauf. Am Nachmittag ziehen langsam Wolken auf. Bevor der Regen einsetzt, bleibt noch Zeit für weitere Arbeiten im Aussenbereich. Das angelieferte Fahnenseil und die Befestigung werden ersetzt – eine von vielen kleinen, aber wichtigen Aufgaben, die meist erst auffallen, wenn etwas nicht mehr funktioniert.
Gegen 15.30 Uhr beginnt es dann tatsächlich zu regnen. Sobald das Wetter umschlägt, verlagern sich die Tätigkeiten wieder ins Gebäude. Damit rückt ein weiterer fixer Aufgabenbereich in jedem Monat in den Fokus: die Energiedatenerfassung. Strom, Wasser und Heizöl werden dokumentiert und mit den Vorperioden verglichen. So lassen sich Entwicklungen erkennen und auch der Energieverbrauch im Schulbetrieb besser einschätzen und kommunizieren. Diesen Monat zeigt sich, dass die Heizölbestellung nach dem Winter bald wieder ansteht, damit auch während der Sommermonate Warmwasser produziert werden kann. Gerade in Zeiten schwankender Preise und unsicherer Rahmenbedingungen ist das keine einfache Entscheidung. Menge und Zeitpunkt werden deshalb sorgfältig mit der Liegenschaftenverwaltung abgesprochen.
Gegen Ende des Tages folgt nochmals ein zentraler Arbeitsschritt: die Reinigung der WC-Anlagen sowie des Eingangsbereichs, der Garderoben und der Turnhalle. Diese Bereiche werden am Abend wiederum von verschiedenen Jugend- und- Sportvereinen genutzt und müssen entsprechend sorgfältig gereinigt werden, damit auch Sie eine gepflegte Infrastruktur zur Verfügung haben.
Vieles, was im Hintergrund passiert, wird kaum wahrgenommen. Genau darin liegt ein grosser Teil unserer Arbeit: vorausschauend handeln, reagieren, bevor etwas zum Problem wird, und dafür sorgen, dass der Betrieb möglichst reibungslos läuft. So entsteht ein sehr abwechslungsreicher Alltag zwischen Reinigung, Organisation, Wetterbeobachtung, Reparaturen und vielen Begegnungen mit Gross und Klein – und genau diese Mischung macht den Beruf des Hauswarts spannend und jeden Tag anders.
Um 17.30 Uhr freue ich mich jeweils zufrieden, «den Laden dicht zu machen» und mich Zuhause um die Familie und andere Aufgaben kümmern zu können.
Dominik Achermann
Hauswart Schule Gottshaus
Kontakt
Volksschulgemeinde Bischofszell
Sandbänkli 5
9220 Bischofszell
Telefon 071 424 28 50
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