Gemeinsam stark - Bericht von SSA Timon Nussbaumer

Noon Room – gemeinsam lernen und Verantwortung übernehmen

Jeden Freitag über Mittag wird der «Noon Room» zu einem besonderen Lernort. Gemeinsam wird im Jugendhaus oder im Bistro zu Tisch organisiert, gekocht, serviert, gegessen und abgewaschen. Das Kochen selbst ist dabei eher Mittel zum Zweck. Im Noon Room stehen vielmehr Gemeinschaft, das gemeinsame Lernen und das Übernehmen von Verantwortung innerhalb der Gruppe im Zentrum.

Aktuell besuchen acht Jugendliche von der siebten bis neunten Klasse beider Schulhäuser wöchentlich den Noon Room. Sie übernehmen dabei verschiedene Aufgaben wie Einkaufen, das Führen der Buchhaltung oder diverse Arbeiten in der Küche.

Besonders wertvoll ist das Lernen in der kleinen Gruppe. Die Jugendlichen begegnen Mitschülerinnen und Mitschülern aus unterschiedlichen Klassen und lernen, sich auf neue Gruppenkonstellationen einzulassen. Dabei sind Kommunikation, Rücksichtnahme und Zusammenarbeit gefragt. Jede einzelne Person übernimmt eine individuelle Aufgabe, welche für das grosse Ganze unverzichtbar ist. Gleichzeitig erleben die Jugendlichen, dass ihre Meinung zählt: Eigene Ideen und Wünsche dürfen eingebracht und gemeinsam diskutiert werden.

Die Beweggründe für eine Teilnahme sind verschieden. Eine Schülerin erzählte beispielsweise, dass sie sich bewusst angemeldet habe, um einmal pro Woche die Gemeinschaft am Mittagstisch zu geniessen und gleichzeitig ihre Handyzeit zu reduzieren. Solche Rückmeldungen zeigen, wie wertvoll gemeinsame Zeit und echte Begegnungen geworden sind.

Immer wieder wurde das Projekt durch Klassenassistentinnen unterstützt. Seit dem laufenden Schuljahr begleitet Sandra Vilhena den Noon Room aktiv mit und bereichert das Projekt mit ihrer wertvollen und einfühlsamen Art.

Der Noon Room zeigt, dass soziales Lernen dort besonders gut gelingt, wo gemeinsam erlebt, gearbeitet und gelacht wird. Denn starke Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und miteinander lernen.


Konflikt, Verständnis, Lösung…

Konflikte gehören zum Leben dazu – genauso wie Freundschaften, unterschiedliche Meinungen und starke Gefühle. Wo Menschen viel Zeit miteinander verbringen, entstehen manchmal Spannungen oder Missverständnisse. Wichtig ist dabei nicht, Konflikte komplett zu vermeiden, sondern einen guten Umgang damit zu lernen.

Wenn Schülerinnen und Schüler einen Konflikt haben, können sie sich an die Schulsozialarbeit wenden. Oft werden Lehrpersonen auf eine Situation aufmerksam und wünschen eine Unterstützung der SSA bei der Klärung. Manchmal kommen Jugendliche auch selbst oder werden von Freundinnen und Freunden ermutigt, Hilfe zu holen.

Im Zentrum steht dabei zuerst das Zuhören. Die beteiligten Personen erhalten nacheinander Raum, ihre Sicht des Konflikts zu schildern. Während eine Person spricht, hört die andere zu. Die SSA übernimmt dabei die Rolle einer neutralen Begleitung und achtet darauf, dass ein respektvoller Rahmen eingehalten wird: ausreden lassen, zuhören und einander ernst nehmen.
In einem zweiten Schritt geht es um die Frage: «Was wünsche ich mir?» Dadurch lernen die Jugendlichen, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und sogenannte Ich-Botschaften zu formulieren. Oft zeigt sich dabei, dass viele Konflikte gar keine Lösung von aussen brauchen. Wenn beide Seiten gehört werden und ihre Sicht erzählen dürfen, entstehen häufig bereits Verständnis und Lösungsansätze ohne Einwirkung von aussen.
Eine wichtige Haltung dabei ist: Niemand wird gezwungen, sich zu entschuldigen. Eine Entschuldigung soll freiwillig und ehrlich gemeint sein. Stattdessen kann gemeinsam über eine Wiedergutmachung nachgedacht werden – also darüber, wie Verantwortung übernommen und ein Schaden wieder gutgemacht werden kann.

Spannend ist, dass Konflikte – unabhängig vom Alter – oft ähnlich ablaufen. Bereits im Kindergarten gibt es das Friedensbänkli, auf dem Kinder Konflikte miteinander besprechen. Im Grunde passiert auf der Sekundarstufe nichts anderes: Menschen erzählen ihre Sicht, hören einander zu und suchen gemeinsam nach Lösungen.

Nach einem Gespräch wird meist ein Folgetermin bei der SSA vereinbart, um gemeinsam zu schauen, wie sich die Situation entwickelt. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Jugendlichen Konflikte lösen möchten. Oft brauchen sie dafür vor allem eines: einen sicheren Raum, Zeit zum Zuhören und die Möglichkeit, einander wirklich zu verstehen.


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